Zauberflöte (WI6, M9) – Geniale Eislinie – Eisklettern im Langental (Gröden, Dolomiten).

Wer kennt sie nicht die Zauberflöte? Nein, die Rede ist nicht von Mozarts bekannter Oper sondern von einem Eisfall inmitten einer zauberhaften Dolomitenlandschaft. Der schlanke Eisfall in Form einer Flöte befindet sich im hintersten Langental, dem Hotspot des Eiskletterns im Grödnertal.

Bereits während des langen Zustiegs sind die beeindruckenden Wasserfälle links und rechts des Tales zu sehen. Die Verhältnisse zum Eisklettern in diesem ruhigen Nebental des Grödnertales sind in diesem Winter überraschend gut. So führt bereits eine Zustiegsspur zum hoch oben in den Südwänden gelegenen Wasserfall „I Droc“ (WI5+), dessen zu Eis erstarrtes Wasser bereits während des frühmorgendlichen Zustiegs verschwenderisch glitzert. Weiter hinten im Tal taucht dann auf der orografisch rechten Seite der Wasserfall „La Piovra“ auf. Während sich das Eis im klassischen Anstieg (WI5+) in diesem Winter eher schlecht gebildet hat, weist der direkte Einstieg mit seiner schmalen Eisspur und einer kurzen Mixed-Passage (WI6, M6) brauchbare Bedingungen für anspruchsvolles Eisklettern auf. Auf der gegenüberliegenden Südseite des Tales kann man bereits den Wasserfall „Yosemite Eisfall“ oder auch „Mission Impossible“ genannt (WI6) sehen. Nachdem wir den gespurten Weg verlassen, um über einen steilen Hang zum Einstieg der Zauberflöte zu gelangen, zeigt sich im Talschluss der imposante Eisfall „Jumbo Jet“ (V+). Auch dieser Wasserfall scheint sehr gute Verhältnisse zum Eisklettern zu haben.

Die Zauberflöte selbst zeigst sich in ihrer vollen Pracht erst direkt am Einstieg. Im Lichte der morgendlichen Sonnenstrahlen klettern wir die erste Seillänge: Die Anfangs schwierige Mixed-Kletterei im steilen Fels führt weit oberhalb der letzten Zwischensicherung auf einen tief herunterhängenden Eiszapfen. Dass der Übergang vom Fels auf das Eis auch in leichterer Eiskletterei durch ein verstecktes, höher gelegenes Loch im Eisvorhang hätte bewältigt werden können, erfahren wir erst später. Die anschließende Seillänge führt in schöner Eiskletterei direkt unter den Fuß einer gewaltigen Eissäule, die wir mit einer langen und steilen Seillänge überwinden. Die letzte freistehende Kerze erfordert nochmals ein gutes Maß an Eisklettertechnik, um sich an besonders fragilen Eisformationen einen Weg nach oben zu pickeln. Nach zweimaligem Abseilen stehen wir wieder am Einstieg und freuen uns, über das intensiv erlebte Bergabenteuer in dieser genialen Eislinie.

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Veit Bertagnolli: Ihr Bergführer aus Südtirol

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