Die Kerze (WI6) – Eisklettern an einer imposanten Eissäule im Pinnistal (Stubai).

Wenn man unter Eisklettern von einer Kerze spricht, bringt man die Augen seiner Zuhörer zum Leuchten. Im Eiskletterlatein stellt eine Kerze eine freistehende Säule dar. Genau eine solche Säule steht im hintersten Pinnistal, dem Eisklettermekka im Stubaital, und trägt nicht zu Unrecht den prägnanten und bedeutungsvollen Namen „Die Kerze“. Neben den bekannten Touren „Eiszeit“, „Vorhang“, „Gully„ und „Männer ohne Nerven“ ist „Die Kerze“ sicher eine der renommiertesten Touren in dieser Gegend.Stubaier Alpen |  Pinistal | Kerze | Eisklettern

Die Verhältnisse zum Eisklettern sind gut im Pinnistal. Also machen wir uns früh morgens auf den langen Weg über die Rodelbahn in das Pinnistal. Am Ende der Rodelbahn präsentieren sich auf der orografisch rechten Talseite auch schon die vielen Wasserfälle. Bei „Männer ohne Nerven“ scheint der direkte Einstieg kletterbar zu sein, während die zweite Seillänge nicht die besten Bedingungen aufzuweisen scheint. Der „Vorhang“ präsentiert sich mit einem mächtigen Eisschild und auch “Eiszeit” scheint sehr gute Bedingungen zu haben. Schlussendlich zeigt sich auch „Die Kerze“: Eine beeindruckende Eiskaskade mit einer konstanten Steilheit von 90 Grad über eine Länge von ca. 60 Metern. Mit einer kurze Seillänge erreichen wir den ersten Stand. Die zweite sehr steile Seillänge lässt sich viel besser klettern und absichern als vom Einstieg aus vermutet. Durch die richtige Routenführung an der rechten Begrenzung des Eisfalls stört auch das viele Wasser, das an der linken Seite des Eisfall herunterspritzt nicht sonderlich. Das Eisklettern an dieser Säule ist einfach fantastisch. Es verlangt aber auch eine große Portion an Technik, Kraft und Ausdauer. Die Tatsache, dass der Eisfall relativ gut eingepicklet ist, lässt den sechsten Eisklettergrad etwas leichter erscheinen. Nach einmaligem Abseilen stehen wir wieder am Boden und wenden uns noch den sich selten bildenden Eisfall „Klein aber fein“ zu. Das Eisklettern an diesem Eisfall präsentiert sich von seiner abwechslungsreichsten Seite: Der Start bietet eine etwas heikle Eisglasur, während die letzten Klettermeter mit einem ausgesetzten, steilen Eisschild aufwarten. Die Genugtuung ist groß, diese beiden wunderschönen Eislinien bei guten Bedingungen geklettert zu haben.

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Veit Bertagnolli: Ihr Bergführer aus Südtirol

Gerne begleite ich Sie zum Eisklettern in das Pinnistal oder in andere Eisklettergegenden der Alpen. Sie sind herzlich eingeladen, eine unverbindliche Anfrage an mich zu stellen. Natürlich stehe ich Ihnen jederzeit auch für allfällige Auskünfte, Fragen sowie Informationen zur Verfügung.

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