King Nothing (WI5+, M6) – Anspruchsvolles Mixed- und Eisklettern am Brenner.

Als Möglichkeiten zum Eisklettern am Brenner sind vor allem die Eisfälle „Poseidon“ (WI4+), „Zurück in die Zukunft“ (WI5+) und das „Schwert des Damokles“ (WI6) bekannt. Vor allem das „Schwert des Damokles“, das als mächtiger Eiszapfen über dem Brennersee thront, ist ein begehrten Eisfall bei erfahrenen Eisklettern. Nicht umsonst zählt er zu einem von Andreas Orgler erstbegangenen Extremklassikern. Als anspruchsvolle Mixed-Variante schlängelt sich hingegen die Route „King Nothing“ (WI5+, M6/) in 2 Seillängen, zwischen Fels und Eis, bis auf den Knauf des „Schwertes des Damokles“.

Das Eisklettern auf den zwei Zustiegsseillängen, die sich in sehr guten Bedingungen präsentieren, ist sehr abwechslungsreich. Allerdings ist das Eis aufgrund der niedrigen Temperaturen sehr spröde. Immer wieder brechen während des Eiskletterns auch größere Eisschollen aus und fallen rauschend in Tiefe, um am Boden mit klirrendem Getöse zu zerschellen. Den Sichernden stört das wenig, da sein Standplatz abseits der Schusslinie der Eisbrocken, in sicherer Position, errichtet wurde. Nach zwei Seillängen im 4. Schwierigkeitsgrad stehen wir unter mehreren beeindruckenden Eissäulen. Die mächtigste Säule verjüngt sich stark nach unten hin bis sie an ihrer Basis knapp einen halben Meter misst und lässt uns mit Respekt und Demut die volle Bedeutung des Namens „Schwert des Damokles“ bewusst werden. Wir entscheiden uns, dieses fragile Eisgebilde heute nicht unnötig mit unseren Eisgeräten zu stören und wenden uns den weiter rechts herabhängenden Eisstalaktiten zu.

Brenner | King Nothing | Eisklettern

Diese Eisformationen werden von der Variante „King Nothing“ genutzt. In anspruchsvoller Mixed-Kletterei, abgesichert mit mobilen Sicherungsgeräten und zwei Schlaghaken, klettern wir anfangs über grasige Risse und brüchigen Fels auf einen kleinen Absatz. Es folgen fünf weitere Klettermeter auf Fels und dünnen Eisglasuren, um auf eine kurze Eissäule weiter links zu gelangen. Von dort geht es mit einem weiten Spreizschritt auf die große freistehende Kerze. Die anschließende zweite Seillänge umrundet diese mächtige Kerze an ihrer Rückseiten, dort wo das Eis den Fels nicht berührt, um an ihrer Vorderseite in fantastisch ausgesetzter Eiskletterei zum Ende des Wasserfalls zu führen. Nach dreimaligem Abseilen stehen wir wieder am Einstieg und bewundern die imposanten Eisformationen ober uns. Dabei schweift unser Blick auch auf den weiter rechts gelegenen Eisfall “Zurück in Zukunft”, der gute Bedingungen aufzuweisen scheint: Ein guter Grund diesen Winter nochmals hierher zum Eisklettern zu kommen.

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Veit Bertagnolli: Ihr Bergführer aus Südtirol

Gerne begleite ich Sie als Bergführer zum Eis- und Mixedklettern. Sie sind herzlich eingeladen, eine unverbindliche Anfrage an mich zu stellen. Natürlich stehe ich Ihnen jederzeit auch für allfällige Auskünfte, Fragen sowie Informationen zur Verfügung.

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