Die Route “Moderne Zeiten” (VII+ UIAA) an der Marmolada Südwand steht für modernes Freiklettern in großen alpinen Wänden.

Die Erstbegeher Heinz Mariacher und seine Freundin Louisa Iovane haben mit “Moderne Zeiten” an der Marmolada Südwand aufgezeigt, dass Erstbegehungen nicht notwendigerweise mit einer Bohrhakenleiter erfolgen müssen. Aufgrund der harten Bewertungen und der weiten Hakenabstände, hat die Tour ihre Anziehungskraft bis heute nicht verloren. Die unübersichtliche Routenfindung und die vielen Seillängen erfordern ein zügiges Klettern.

Um halb fünf Uhr morgens machen wir uns auf dem Weg, um im Schein der Stirnlampe den Weg zum Wandfuß der Marmolada Südwand zu finden, die sich unter dem Sternehimmel steil über uns erhebt. Noch in der Morgendämmerung klettern wir mit klammen Fingern und bei sehr spärlicher Absicherung über den glatten und sehr kompakten Fels der leicht überhängenden VIII- Verschneidung. Nachdem wir diese erste sehr anspruchsvolle Seillänge bewältigt haben, suchen wir nun den Weg durch den wunderschönen wasserzerfressenen Fels. Die Wegfindung ist nicht zu unterschätzen, da die Route sehr oft über geschlossene Platten und Wasserlöcher führt und nicht einem logischen Risssystem folgt. Trotzdem darf auf den 27 Seillängen keine Zeit verloren werden und immer wieder bemühen wir uns, zügigen weiter zu klettern. Vor dem Band klettern wir noch in fantastischer Kletterei über eine sehr kompakte und äußerst schwer abzusichernde 6c+ Platte mit einer eindrücklichen Wasserrille. Der obere Teil der Route zieht steil über rötliche, wasserzerfressene Felsen nach oben. Die mit dem Schwierigkeitsgrat V bewerteten Seillängen verlangen eine sehr gute Klettertechnik und die Routenführung wird immer unübersichtlicher. Die Schwierigkeiten halten bis zu den letzten Seillänge an und erfordern eine gute Ausdauer. Es bleibt spannend bis zum letzten Meter, denn der Ausstieg wartet nochmals mit einigen Seillängen im Schwierigkeitsgrat VII auf.

Endlich stehen wir auf dem Gipfel der Punta Rocca. Überglücklich reichen wir uns die Hand und schlüpfen in unsere Halbschuhe, um uns nach diesem fantastischen Bergabteuer wieder auf den Weg ins Tal zu machen.

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